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Ulli Nissen

für Frankfurt am Main im Deutschen Bundestag

Seit sieben Jahren verseuchtes Wasser

Bereits seit sieben Jahren ist das Wasser vieler Vonovia-Mieter in der Fritz-Kissel-Siedlung im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen mit Legionellen verseucht. Die Frankfurter Bundestagsabgeordnete Ulli Nissen (SPD) geht nun Deutschlands größtes Immobilienunternehmen und den Frankfurter Gesundheitsdezernenten Stefan Majer (Grüne) scharf an.

„Es sei ein Skandal, dass es offenbar seit Jahren nicht gelungen ist, den Wert wieder unter den Grenzwert zu bringen. Mal wieder stellt Vonovia den Profit über das Wohlbefinden ihrer Mieterinnen und Mieter“, empörte sich die SPD-Frau.

Das Gesundheitsamt Frankfurt weiß seit Jahren von der Gefahr und spricht selbst von einer „extrem hohen Kontamination“. Schon 2013 forderte es regelmäßige Untersuchungen und unverzügliche Schutzmaßnahmen sowie eine Sanierung. Erstere seien durch Einbau von Filtern in den Duschen und weitere Maßnahmen zwar erfolgt, eine Sanierung hat bis heute aber nie stattgefunden.

„Es geht hier um nicht weniger als Menschenleben!“, betont Nissen. Die Verantwortlichen wüssten ganz genau, wie gefährlich die potenziell tödliche Legionärskrankheit sei, so die Abgeordnete weiter. „Sind die Bewohnerinnen und Bewohner der Siedlung den städtischen Aufsichtsbehörden etwa egal?“, fragt Nissen. „Das hätte mal im noblen Westhafen oder im Europaviertel passieren sollen, aber mit den einfachen Arbeitern hier kann man es ja machen“, sagt Nissen kopfschüttelnd.

Die SPD-Politikerin fordert nun Aufklärung von der Stadt: „Es ist mir unerklärlich, warum Gesundheitsdezernent Majer hier nie Bußgelder verhängt hat. Entweder er wusste über den Vorgang nicht Bescheid oder er hat ihn vernachlässigt. Beides lässt ihn nicht gut aussehen. Der fahrlässige Umgang mit Legionellen hätte schon längst mit Geldstrafen geahndet werden sollen“, bekräftigt Nissen.

In einem Schreiben fordert die Abgeordnete nun sowohl Majer als auch Vonovia dringend auf, den Kampf gegen die Legionellen zur Chefsache zu erklären. „Bisher haben die Akteure bei der Dekontaminierung versagt. Das Wasser ist jetzt seit Jahren verseucht. Es muss dringend gehandelt werden“, so Nissen.

Legionellen sind Bakterien, die schwerwiegende Lungenkrankheiten hervorrufen können. Weniger das Trinken des Wassers stellt eine Gesundheitsgefahr dar, sondern vielmehr das Einatmen von feinen, zerstäubten Wasserdämpfen.

Update 07.09.2020: Der Vonovia Vorstand sichert gegenüber Ulli Nissen zu, dass man sich unverzüglich kümmern wolle. Es gehöre "sicher nicht zu unserem Geschäfts-Verständnis die Gesundheit unserer Mieter zu gefährden", so Vonovia.