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Ulli Nissen

für Frankfurt am Main im Deutschen Bundestag

Trauer um Thomas Oppermann

Der Bundestag nahm am Mittwoch mit einer Trauerfeier Abschied von seinem Vizepräsidenten Thomas Oppermann. SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich würdigte ihn als angesehenen Sozialdemokraten, einen leidenschaftlichen Abgeordneten und eine bedeutende politische Persönlichkeit.

Nach dem plötzlichen und völlig unerwarteten Tod von Thomas Oppermann hat der Bundestag am Mittwoch mit einer Trauerfeier von seinem Vizepräsidenten Abschied genommen. „Die Nachricht, dass Thomas Oppermann am Sonntag verstorben ist, war für mich ein Schock. In einem Interview von Radio Frankfurt habe ich am Montag erklärt: Ich habe auch erstmal ein paar Tränen verdrückt, und er wird uns ausgesprochen fehlen. Ich kenne ihn, seitdem ich 2013 in den Deutschen Bundestag gekommen bin. Damals wurde er dann Fraktionsvorsitzender und hat sich wirklich ganz intensiv darum gekümmert, dass die neuen Bundestagabgeordneten einen guten Start in den Bundestag bekommen“, so Ulli Nissen.

Oppermann gehörte seit 2005 dem Deutschen Bundestag an und war seit 2017 Vizepräsident des Parlaments. In der vorigen Legislaturperiode war er Vorsitzender der SPD-Fraktion, davor hatte er sich bereits als Erster Parlamentarischer Geschäftsführer einen Namen gemacht.

Seinen Erfolg verdanke Oppermann seinen geschliffenen Formulierungen und seiner professionellen Arbeitsweise, sagte Mützenich. Er habe es verstanden, unterschiedliche Meinungen zusammenzuführen und faire Kompromisse auszuhandeln. "Er wollte mehr Lebenschancen für mehr Menschen schaffen und einen starken, vorsorgenden Sozialstaat, der Menschen hilft, auf eigenen Füßen zu stehen".

Oppermann sei der Überzeugung gewesen, dass um Freiheit und Demokratie zu erhalten, das Vertrauen der Menschen in den Staat nötig sei. Deshalb habe er sich für innere Sicherheit und Ordnung eingesetzt. Als die AfD in den Bundestag einzog, habe er gemahnt: Im Parlament sei scharfe inhaltliche Kritik erlaubt, nicht aber die Verachtung parlamentarischer Arbeit. "Er hat sich um unser Land und unsere Demokratie verdient gemacht. Er wird in unseren Herzen und Taten weiterleben", sagte der SPD- Fraktionsvorsitzende.

Auch Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) würdigte den Verstorbenen. Oppermann habe sich um den Parlamentarismus und die Demokratie in Deutschland große Verdienste erworben. "Seine besonnene Art, sein Sachverstand, seine Kollegialität werden uns schmerzlich fehlen." Er beschrieb ihn als "streitbar in der Sache, doch kompromissfähig, wenn es galt, pragmatische Lösungen zu finden. Pointiert und schlagfertig in der politischen Auseinandersetzung, und herzlich im zwischenmenschlichen Umgang.